Aus der Geschichte unserer Schule
Unsere Schule hat eine lange und interessante Geschichte, die eng mit der Entwicklung unseres Ortes verbunden ist. Viele Generationen von Kindern haben hier gelernt, gespielt und einen wichtigen Teil ihrer Kindheit verbracht. Mit dieser neuen Seite möchten wir nach und nach Einblicke in die Geschichte und Chronik unserer Grundschule geben – von den Anfängen bis in die heutige Zeit.
Die Seite befindet sich derzeit noch im Aufbau und wird Schritt für Schritt erweitert. Wir freuen uns, wenn Sie immer wieder vorbeischauen und gemeinsam mit uns die Geschichte unserer Schule entdecken.
Beim Aufbau dieser Seite zur Frasdorfer Schulgeschichte unterstützt uns Herr Rupert Wörndl, 1. Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Frasdorf, Ortsheimatpfleger und langjähriger Kenner der örtlichen Geschichte. Für diese wertvolle Zusammenarbeit danken wir ihm sehr herzlich.“
Wenn auch Sie alte Fotos, Dokumente, Zeitungsartikel oder andere Informationen zur Geschichte unserer Schule besitzen, würden wir uns sehr über Ihre Unterstützung freuen. Solche Erinnerungsstücke helfen uns, die Chronik unserer Schule lebendig und möglichst vollständig zu gestalten.
Thorsten Deneke, im März 2026
Rektor
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Ludwig Achleitner: 42 Jahre unterrichtete er als Lehrer in Frasdorf
Für seine besonderen Verdienste wurde ihm vom König die goldene Verdienstmedaille des Königsreichs Bayern verliehen

Frasdorfer Schulgeschichte
von Rupert Wörndl, wobei weitgehend auf Grundlagen von Hans Hoesch zurückgegriffen werden konnte. Die angegebenen Quellen beziehen sich auf das separate Quellenverzeichnis (zu erhalten beim Verfasser).
Die Anfänge
Bereits im Jahr 1618 bewirbt sich ein gewisser Thomas Steinmaßl aus Neubeuern beim Aschauer Pfleger um die Schulmeisterstelle in Frasdorf. Man bewilligt ihm das mit dem Vermerk, dass auf ihn „fleißig Obacht gegeben werden soll, wie er sich verhalten werde.“ Außerdem habe er vorher noch seinen Lebenslauf vorzulegen.[1] Ob daraus etwas geworden ist, wissen wir nicht. Die erste Nachricht von einer Art Schulbetrieb in Frasdorf haben wir dann vom Jahr 1668. Es heißt, der hiesige Lehrer habe zwar keinen schlechten Ruf was die Unterrichtung der Kinder anbelange, er sei aber kürzlich vom Herrschaftsrichter bestraft worden. Sein Vergehen ist leider nicht überliefert.[2]. Diese in Latein gehaltene Nachricht ist sicher mit Vorsicht zu betrachten. Viel mehr spricht dafür, dass es lediglich in Aschau zu dieser Zeit eine Art Schule gegeben hat. Zumindest sind dort Lehrer verbürgt, die auch in Frasdorf und Umrathshausen Organistendienst zu leisten hatten. Erstmal ist dies bei Hanns Hilleprandt 1613, bei Wolf Steinraber 1671 und dann 1702 bei Carl Joseph Miller der Fall. Letzterer erhielt dafür von Frasdorf 2 fl und von Umrathshausen 9 fl jährlich.[3]. 1733 hat sich dieses Entgelt verdoppelt.[4].
Mit Sicherheit wissen wir, dass 1735 einige Schüler aus Frasdorf in Aschau unterrichtet wurden. Denn als Frasdorf in diesem Jahr versucht, eine eigene Schule zu bekommen, wird eine Liste mit den Frasdorfer Schülern bzw. deren Eltern präsentiert. Mehrere Frasdorfer Bürger hatten sich über den weiten und beschwerlichen Schulweg von Frasdorf nach Aschau beklagt. Sie richteten an den Grafen Max III. von Preysing einen Bittbrief zur Errichtung einer eigenen Schule. Man hatte sogar schon eine Räumlichkeit vom Oberprienmüller gefunden und einen Eremiten aus Mittenwald namens Andreas Niggl als Lehrer, der mit 1 fl pro Woche als Entlohnung zufrieden gewesen wäre. Betreiber dieses Vorhabens waren der Wirt von Frasdorf, der Bäck und der Paulschmied von Westerndorf, der Graf zu Röcka sowie der Amtmann im Gerichtsdienerhaus. Der Aschauer Lehrer Carl Joseph Müller (Miller) ist strikt gegen das Vorhaben. Ihm sei seinerzeit versprochen worden, dass in der ganzen Nachbarschaft kein anderer Lehrer angestellt werde. Er sei auf die Einnahmen (die sich nach der Anzahl der Kinder bemaß) dringend angewiesen. Die Kinder folgender Frasdorfer und Umrathshausener Familien sind hier aufgeführt: Graf von Röcka, Stein und Fischer von Ginnerting, Wirt, Amtmann, Brunner, Petermesner und „Weberbauer“ (verm. Griesstetter) von Frasdorf, Bäck und Paulschmied von Westerndorf, Oberwildenrieder, Oberhausstätter, Braun zu Ruckerting, Braun (?) zu Pfannstiel, Schneider an der Ebnat, Oberprienmüller, Oeder, Waizenreiter, Rieder und Dankl von Umrathshausen sowie Lenz von Weyer). Nachdem sich auch der Archidiakon[5] von Herrenchiemsee gegen den Eremiten Niggl als Lehrer ausgesprochen hatte, wurde der Antrag seitens der Herrschaft abgelehnt.[6] Laut Volks- und Viehbestandsbeschreibung von 1794 gingen von den 310 Frasdorfer Kindern nur 43 zur Schule; in Umrathshausen waren es von 86 Kindern drei.[7]
In Aschau wurde 1752 ein neues Schulgebäude errichtet. Zur Finanzierung hatten auch die Kirchen Frasdorf und Umrathshausen beizutragen: Frasdorf, das zu dieser Zeit ein Kirchenvermögen von 3300 fl besaß, musste 15 fl abliefern, Umrathshausen, das aufgrund seiner florierenden Wallfahrt zum Hl. Blut mit 10 900 fl recht wohlhabend war, hatte 50 fl zu leisten.[8]
Schulunterricht beim Frasdorfer Mesner
Josef Dürnegger[9], Pfarrer von Törwang, der im Jahr 1951 den Entwurf für ein Frasdorfer Heimatbuch erstellt hat, berichtet aus Akten im Frasdorfer Pfarrarchiv, die heute nicht mehr auffindbar sind. Demzufolge ist bereits 1681 der Frasdorfer Mesner als Schulhalter erwähnt; er bekam aus der Kirchenkasse dafür 4 Gulden 45 Kreuzer. Ab 1686 habe ein Wolf Obermiller im Kramerhäusl (stand am Platz des späteren Pfarrhofes) Schule gehalten. Ab 1724 wird laut Dürnegger Johann Greiml (Jg. 1697) Mesner in Frasdorf. „Er versieht 30 Jahre lang ganz unermiedet und hoffentlich ohne Klag und zum Vergniegen den Schueldienst“. Er tritt 1754 zurück. Auch seine Schwester Anna war wohl ähnlich tätig, Denn im Sterbebuch (gest. 1734) ist bei ihr vermerkt, dass sie viel Mühe und Kraft für die Unterrichtung der Jugend aufgewendet habe.
Allerdings lesen wir in einem Visitationsbericht des Bistums Chiemsee von 1740: „Es ist kein Lehrer da, aber die Bevölkerung, die sehr zahlreich ist, wünscht sich einen solchen, den sie aber wegen fehlenden Unterhalts nicht haben kann.“[10]. Gemeint ist wohl, dass kein offizieller, ausgebildeter Lehrer vorhanden ist. Ob dann doch einer angestellt wurde, oder ob damit der Mesner gemeint ist, wenn es im Visitationsbericht der Diözese Chiemsee von 1752 heißt: „Der Schuellmaister thue zwar, was in seinem Vermögen, [die Leute] weren freylich froh, wens ein anderen hetten“[11], wissen wir nicht. Laut Dürnnegger empfiehlt der Mesner Hans Greiml 1754 als Nachfolger seinen 26jährigen Vetter Hans Gasbichler (wenn es sich dabei um den Hofnachfolger beim Mesner handelt, dann muss es sich um einen Schreibfehler handeln, der hieß nämlich Martin. Vom Alter her könnte es passen). 1793 übernimmt Johann Gasbichler, ein Sohn des Vorgenannten, den Unterricht.
Mayr schreibt in seiner Chronik: „Nach mündlicher Überlieferung meines Onkels ist sein Vater (mein Großvater) Anton Mayr, der ehemalige Schneidervater von Pfannstiel, Ende des 18. Jahrhunderts beim Mesner in Frasdorf in die Schule gegangen, woselbst der damalige Mesner Schulunterricht hielt. Es war dies ungefähr um das Jahr 1780.“[12]
Wie lange beim Mesner Unterricht gehalten wurde, ist nicht genau feststellbar. Mit Sicherheit endet seine Tätigkeit als Lehrer vor 1803. Von diesem Jahr ist ein Schreiben des Frasdorfer Pfarrvikars Forerius Kronast an den Hohenaschau Pfleger Buehl erhalten. Darin schreibt er, dass rund 70 schulfähige Kinder vorhanden seien, es aber kein Schulhaus, keinen Lehrer und keinen Fonds, um einen Lehrer zu zahlen, gebe. Er bietet sich an, selber die Lehrerstelle vertretungsweise zu versehen; der Lehrer Bartholomäus Lohr von St. Florian, der ohnedies von der Gerichtsherrschaft „Pension beziehe“, würde ihn unterstützen. „Ein neuer ganz fremder Schulmann möchte bey diesen Leuten, die doch alles Neue so gerne lutherisch heißen, wenig Vertrauen haben.“ Als Schulhaus schlägt Kronast das bisherige Gerichtsdienerhaus vor, in dem nur noch der pensionierte Gerichtsdiener Straßberger hause. Dieser könnte im Waisenhaus nach Aschau untergebracht werden. Die Klause in St. Florian sollte dann ganz beseitigt werden, da die Gefahr bestehe, dass sich daraus eine „Winkelschule“[13] entwickle. Die Schulbücher sollten den Kindern gratis zur Verfügung gestellt werden; er selber würde ein Drittel der Kosten tragen. Auch vom Schulgeld für ärmere Kinder würde er ein Drittel übernehmen.[14]
Noch im selben Jahr, also 1803 bewirbt sich ein angehender Lehrer um die Schulstelle in Frasdorf. In seinem Bewerbungsschreiben erwähnt er auch, dass der Ortsgeistliche mit dem Unterricht des Mesners nicht einverstanden war. Der Aschauer Gerichtsverwalter Buehl führt darüber in einem Brief aus: „Unbiegsamkeit und Grobheit veranlasste ihn (den Pfarrer), die Kinder vom Mesner weg und zu sich ins Haus zu nehmen.“ An anderer Stelle schreibt er „dass Herr Vicari die Schule in seinem Hause diese Wochen alleinig gehalten und der Mesner die Schul aufgebe.“[15]
In einem Schulbericht aus dem Jahre 1816 ist vermerkt, dass in St. Florian schon seit 20 Jahren ein Lehrer namens Lohr Schule halte. Das hieße seit 1796. Der Einzugsbereich umfasste die Ortschaften Leitenberg, Umrathshausen, Wilhelming, Hendenham, Greimelberg, Niesberg, Reit und Pfifferloh. Im Jahr 1817 dankt Lehrer Lohr ab und die dortige Schule hört auf zu existieren.[16]
Man kann also festhalten: Eine ordentliche Schule gab es in Frasdorf vor 1803 nicht. Allerdings wurde Unterricht gehalten, zum einen in St. Florian, zum andern beim Mesner in Frasdorf. Mehrere Familien schickten ihre Kinder zur Schule nach Aschau.
Ordentliche Schule ab 1803
Die landesherrliche Verordnung vom 23. Dezember 1802 gilt als Beginn der Schulpflicht in Bayern. Der seit 1794 in Frasdorf als Ortsgeistlicher (Kurat oder Vikar) tätige Chorherr von Herrenchiemsee Ferrerius Kronast war wohl ein sehr aufgeschlossener Herr. Er verlas diese Verordnung wie einen Hirtenbrief von der Kanzel, wie er später der Herrschaft in Hohenaschau in einem Brief mitteilte. Dieser Brief vom 25. Januar 1803 war für die Frasdorfer Schule von höchster Bedeutung. Darin schrieb Kurat Kronast, dass er dem Aufruf der Regierung gerne Folge leisten würde. Die Verhältnisse in Frasdorf wären aber so, dass er die Hilfe der Herrschaft brauche. Hier gäbe es keinen Lehrer, kein Schulhaus und auch kein Geld, um dies zu finanzieren. Er erklärte sich bereit, für den Anfang sich selbst als Lehrer zur Verfügung zu stellen. Aber er brauche Hilfe, da er als „Pfarrer“ nicht immer Zeit zum Schule halten habe. Deshalb wollte er den pensionierten Lehrer Lohr von St. Florian als Helfer haben. Er würde ihm schon das, was er nicht recht beherrsche, beibringen. Als Schulhaus, so schlug er weiter vor, könne das alte Gerichtsdienerhaus verwendet werden, das der inzwischen pensionierte Gerichtsdiener Josef Straßberger bewohne. Dieser brauche als Einschichtiger nicht das ganze große Haus. Man könne ihn ja anderweitig unterbringen. Bis das Haus soweit instand gesetzt sei, dass es als Schulhaus benützt werden könne, wolle er die Kinder im Pfarrhof unterrichten. Ein ganz großes Problem wäre die Finanzierung. Er selber wolle, um der guten Sache zu dienen, nichts für seine Arbeit verlangen. Aber dem künftigen Schulgehilfen Lohr, der bereits eine Pension von der Hohen Herrschaft beziehe, solle man den Lohn ein wenig aufbessern, dann würde er schon wieder arbeiten. Was den Ankauf der Schulbücher betraf, so bat er die Herrschaft um einen Zuschuss, da die Leute arm seien. Er selber wollte ein Drittel der Kosten tragen.
Die Antwort des regierenden Grafen Preysing fiel sehr positiv aus. Die Gemeinde erhielt das alte Gerichtsdienerhaus (heute Hollinger, Hauptstr. 10) zur Nutzung als Schulhaus zugesprochen. Die zugehörigen Grundstücke und Zehentanteile wurden ebenfalls frei gegeben. Der Wert dieser Schenkung wurde auf 1700 fl geschätzt. Der Graf ließ auf eigene Kosten zwei kleine Räume zu- einem Schulsaal umbauen. Dies geschah allerdings erst ein Jahr später. Die Unterhaltungskosten wurden von der Kirche Umrathshausen gedeckt.[17]
Der Schulsaal hatte eine Fläche von ca. 55 m2. Anfangs waren darin 60 Kinder untergebracht, später stieg die Zahl auf über 100. [18] (Heute haben Klassenzimmer für 20 – 30 Schüler ca. 70 m2.) Die Schüler gingen durch die Wohnung des Lehrers in das Klassenzimmer. Für die große Lehrersfamilie und alle Schulkinder war nur ein einziges Plumpsklo vorhanden, das zwischen Schulzimmer und Kuhstall lag.
Zwischendurch tauchte dann eine ganz neue Idee zur Finanzierung der Frasdorfer Schule auf. Graf Preysing, der in München ein hohes Amt bekleidete und deswegen frühzeitig von den Plänen zur Säkularisation erfuhr, teilte dem Frasdorfer Vikar mit, dass in diesem Zusammenhang mit einer Beschlagnahmung der Vermögen kirchlicher Bruderschaften, also auch des Geldes der Frasdorfer Bruderschaft, gerechnet werden müsse. Es wäre sehr unklug, dieses Vermögen dem Staat zu geben. Man solle dieses Geld, es handelte sich immerhin um 1000 Gulden, lieber als Stiftung für die Schule Frasdorf erklären und zu einem Zinssatz von 4% ausleihen. Der „Pfarrer“ besprach diesen Vorschlag sofort mit den Mitgliedern der Bruderschaft und das Geld wurde ausgeliehen.
Leider sagen die vorhandenen Unterlagen nicht alles über den Ablauf der Dinge in Frasdorf aus. Der alte Lehrer Lohr von St. Florian wurde anscheinend nicht angestellt, denn er unterrichtet dort bis 1817. In Frasdorf wird 1803 ein junger Mann namens Johann Georg Gästl als Gehilfe des Pfarrers erwähnt. Mit ihm war man aber, trotz großen Lobes vor der Einstellung, nicht recht zufrieden und es wurde ihm gekündigt. Gleichwohl schreibt der Hohenaschauer Pfleger Buehl im Dezember 1803 an Graf Preysing: „In voriger Woche besuchte ich die Schule zu Fraßdorf und fand sie sehr wohl bestellt, auch mit 65 Kindern besetzt.“
1805 erscheint als Lehrer Michael Walser, der ausgezeichnete Referenzen vorlegt. Vorhanden ist noch sein Gesuch um Anstellung sowie ein Zeugnis, das ihm der damalige Lehrer von Rohrdorf ausgestellt hatte. Walser war in einem Kloster gewesen, das im Zuge der Säkularisation aufgelöst worden war. Er stand von einem Tag auf den anderen auf der Straße und entschied sich für den Lehrberuf und erhielt den Posten in Frasdorf. Wir wissen allerdings nicht, wie lange er hier als Lehrer wirkte.
Situation 1805: 106 Werktagsschüler, davon 14 arme, dazu 57 Feiertagsschüler. „Schulhaus gut, Apparat [?] beinahe vollständig“.
Im Unterricht wird der Lehrer unterstützt vom Pfarrvikar Ferrerius Kronast und dessen Bruder und Nachfolger Emmanuel Kronast, die beide bis zur Errichtung der selbständigen Pfarrei 1806 in Frasdorf wirkten.[19] l807 beklagt der bischöfliche Visitator den schlechten Schulbesuch in Frasdorf. 5 Knaben und 3 Mädchen seien sogar ohne jeglichen Schulbesuch.
1810 schlägt ein Lehrer Melchior Harrscher vor, dem Georg Detl von Unterprienmühle eine schlechte Wiese, die zum Schulhaus gehörte, auf 15 Jahre zu verpachten.
Exkurs: Verdienst des Lehrers:
1805: Jahresgehalt des Lehrers: 170 fl (davon 25 fl von der Herrschaft, 25 fl von der Bruderschaft, 90 fl aus dem Schulgeld, 18 fl sind unsicher. Ausserdem bekommt er 12 Klafter Brennholz.
1867: Das Jahresgehalt betrug rund 640 fl, wovon 530 fl auf den Schul- und Organistendienst und 110 auf die Gemeindeschreiberei entfallen.
1885 hat sich das Einkommen des Lehrers deutlich verbessert. Es betrug für den Lehrer 1000 Mark. Es setzte sich zusammen aus Schulgeld, Zuschüssen der Kirchenstiftungen Frasdorf, Umrathshausen und St. Florian, Gebühren für Hochzeiten, Beerdigungen und Ämtern. Dazu kamen dann noch 120 Mark von der Gemeinde Frasdorf und 50 Mark von Umrathshausen für die Arbeit als Gemeindeschreiber. Damit gehörte der Frasdorfer Lehrer zu den gut bezahlten im Lande.
Nicht so gut ging es dem Hilfslehrer, der ein Jahresgehalt von 317 Mark bezog. Er versuchte deswegen möglichst bald eine Stelle als „definitiver“ Lehrer zu bekommen. Daher auch der häufige Wechsel der Hilfslehrer.
1908: Das Einkommen des Lehrers betrug in diesem Jahr 1200 M. (Regulär 900 M, wovon 88 M aus dem Kirchendienst und 2 M Geldanschlag für die Nutzung der Dienstgründe waren. 300 M werden als „Ergänzung zum Mindestgehalt“ gezahlt). Der Hilfslehrer bekam 819 M (regulär 345 M + Aufschlag von 474 M).
1814 gibt es wiederum Klagen über den schlechten Schulbesuch. Von 100 schulpflichtigen Kindern besuchten nur etwa 50 die Schule. Dadurch sind die Einnahmen des Lehrers nicht mehr ausreichend. Der Ortspfarrer (ab 1806 gibt es einen ordentlichen Pfarrer) Posidius Rochu empfiehlt, die schuldbaren Versäumnisse mit einer Geldstrafe zu belegen, wodurch das Einkommen des Lehrers um 20 fl jährliclı erhöht werden könnte.[20] Lehrer Harrscher stirbt hier am 8. Juni 1820.
Die Ära Achleitner 1820 – 1865
Am 5. August 1820 wird der Lehrer Ludwig Achleitner in Frasdorf angestellt. Er ist 21 Jahre alt und bleibt hier bis zum Jahr 1865. Weder vor noch nach ihm hat ein Lehrer so lange an der hiesigen Schule unterrichtet.
Von der Hand Achleitners stammt eine Menge Schreiben, die in der Schule im Original vorliegen Auch damals schon gab es einen ausgedehnten Papierkrieg. So finden sich darunter Abrechnungen über seinen Verdienst als Lehrer und Organist in den Jahren 1840 - 1846. Demnach waren pro Jahr im Schnitt 134 Schüler in der Werktagsschule, was ihm einen Ertrag von jährlich 214 fl brachte. Das Schulgeld betrug somit rund 1 ½ fl pro Schüler. Bei der Feiertagsschule, einer Art Berufsschule, waren es 126 Schüler pro Jahr, davon Schulgeldeinnahmen 200 fl (pro Schüler im Schnitt ½ fl). Hochzeiten gab es pro Jahr im Schnitt 5, Begräbnisse 23 (davon 5,5 Kinder). „Bestellte Ämter“, in denen die Orgel zu schlagen war, fielen jährlich 95 an.
Aus diesen Aufzeichnungen kann man sehr interessante Schlüsse auf die damaligen Kinderzahlen in Frasdorf ziehen. Wenn man sich die Räumlichkeiten in dem damaligen Schulhaus (s. hierzu Plan von 1874) vorstellt, kann man die Enge in dem (einzigen) Klassenzimmer und in der Wohnung erahnen. Das Gebäude muss auch in einem sehr schlechten baulichen Zustand gewesen sein.
Ein Brief von 1827 enthält einen Kostenvoranschlag über 703 fl für dringend notwendige Reparaturen. Küche und Kamin werden darin als „gefährlich“ bezeichnet. Die Herrschaft in Aschau lehnte allerdings die Bezahlung ab, da die Kirche in Umrathshausen mit ihrem Zehentaufkommen für den Unterhalt des Frasdorfer Schulhauses zu sorgen hätte.
1827 bittet die Gemeinde die Herrschaft Hohenaschau um endgültige Überlassung des Hauses mit allen zugehörigen Gründen. Sie wolle dann auch alle Lasten übernehmen. Lehrer Achleitner hatte in der Zwischenzeit das Geld für die Reparatur des Daches vorgestreckt und man wollte ihm diese Summe zurückzahlen. Am 22. Mai 1828 erhielten die „Gemeinden“ Frasdorf und Walkerting dann das Schulhaus „auf ewige Zeiten “ von Graf Preysing übereignet.
Im Jahre 1827 notiert der geistliche Visitator, dass der Lehrer unermüdlich fleißig sei. Die Werktagsschule besuchten 73 Knaben und 80 Mädchen (153 Kinder !), die Feiertagsschule (so Art Berufsschule) 40 Knaben und 50 Mädchen. Der Berichterstatter stellte allerdings auch fest, dass etwas „Arbeitsscheu und Starrsinn“ bemerkbar seien.
1848 erhielt Achleitner vom Distrikts-Schulinspektor[21], Pfarrer Betsching aus Bernau, einen Brief, der an eine Regierungsentschließung erinnert, wonach die Kinder nicht so eng sitzen sollten und die Schulräume ausreichend beleuchtet werden müssten. Damals war für die Werktagsschüler vor- und nachmittags Unterricht.
Achleitner hatte, wie es damals üblich war, neben dem Unterricht auch die Gemeindeschreiberei zu erledigen und diente obendrein als Organist in der Kirche. Aus einer Abrechnung geht hervor, dass er jährlich im Schnitt 95 Ämter zu spielen hatte. Daneben fielen Hochzeiten und Beerdigungen an, so dass er fast täglich an der Orgel saß. Dazu kam noch der Organistendienst in der Filialkirche Umrathshausen. Er musste dies tun, denn vom Lehrergehalt allein hätte er seine große Familie nicht ernähren können. In den ersten Jahren seines Wirkens in Frasdorf erhielt er von der Herrschaft in Hohenaschau immer wieder pro Jahr 25 fl Zuschuss zu seinem Gehalt, weil er große Ausgaben für seine kranke Frau und die ebenfalls dauernd kranke älteste Tochter sowie für seine in Ausbildung befindlichen Söhne hatte.
Der Mesnerdienst, der andernorts auch vom Dorfschulmeister zu leisten war, wurde in Frasdorf, wie aus alten Kirchenrechnungen hervorgeht, immer von einem eigenen Mesner verrichtet.
Im Laufe der Jahre müssen sich die finanziellen Bedingungen für den Lehrer in Frasdorf gebessert haben. Als der Bayerische Staat für alle Lehrer ein Mindestgehalt festsetzte, war es nicht notwendig, Achleitners Bezüge zu erhöhen. Als 1862 zur Debatte stand, einen zusätzlichen Schulgehilfen anzustellen, waren die Frasdorfer dagegen, weil dies große Kosten verursachen würde. Da erbot sich Achleitner in einem Brief an die Gemeinde, einen Anteil von 120 fl aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Gemeinde sollte nur einen Verpflegungszuschuss von 80 fl jährlich übernehmen. Offensichtlich war Achleitner die Entlastung in der Unterrichtsarbeit soviel Geld wert. Damit die Gemeinde in die Lage versetzt wäre, diesen Betrag aufzubringen, schlug er eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer um 100% vor. Man kann sich vorstellen, dass die Gemeindebürger davon nicht übermäßig begeistert waren.
Sicherlich hat Achleitner als Lehrer nicht so viel Geld verdient, dass er sich diese Sonderausgabe hätte leisten können. Ein durch Zufall aufgefundener notarieller Vertrag bringt vielleicht ein Erklärung dafür: lm Jahre 1836 schließt Achleitner mit den Steinröder-Eheleuten Anton und Magdalena Daxer in Ginnerting einen notariellen Vertrag, demzufolge er die Krämereigerechtsame für zunächst 15 Jahre übernimmt und dafür jährlich 25 fl Pacht zu zahlen hat. Die Steinröderleute erhielten die zum Schulhaus gehörige „Steinleite“ in Pacht. Dafür wurden 5 fl angerechnet. Achleitner löste alle vorhandene Ware zum Einkaufspreis ab und erhielt leihweise die gesamte Ladeneinrichtung. Auch die Königliche Schulaufsichtsbehörde hatte nichts dagegen einzuwenden, dass Achleitner den Laden im Schulhaus einrichtete. Für die Leute der entlegenen Ortsteile muss es sehr praktisch gewesen sein, wenn die Kinder die Einkäufe erledigen konnten. Wie das Geschäft lief und wie lange es Achleitner innehatte, wissen wir nicht. Es kann nur vermutet werden, dass es 1853 der Steinröder wieder zurückgenommen hat, denn in diesem Jahr baut er an der Hauptstraße ein eigenes Kramerhäusl.
Neben seinen vorher erwähnten Arbeiten hatte der Lehrer auch dafür zu sorgen, dass die Schule gereinigt und beheizt wurde. Dafür durfte er die Zeugnisgebühren in Höhe von 8 fl einbehalten.
Exkurs Seidenraupenzucht:
Eine ganze Reihe von Schreiben befasste sich mit dem Problem der Seidenraupenzucht. König Ludwig I. hatte die Idee gehabt, diese in Bayern heimisch zu machen. So erging an alle Gemeinden und Schulen die Aufforderung, Maulbeerbäume und -büsche anzupflanzen. Es wurde viel für diese Aktion geworben. Es gab exakte Anweisungen, wie viele Bäumchen auf ein Tagwerk zu setzen wären, nämlich genau 189 Stück. Ein Loth Samen (ca. 17,5 g) ergäbe rund 1000 junge Pflänzchen, die zunächst im Schulgarten angesetzt werden sollten. Die Lehrer wurden aufgefordert, diese Pflanzen als Hecken zu verwenden. In einem Brief wurde der Vorschlag gemacht, die Schülerinnen der Feiertagsschule darauf hinzuweisen, dass sie hier mit wenig Arbeitsaufwand viel Geld verdienen oder Seide für sich gewinnen könnten. Achleitner musste immer wieder über seine Misserfolge in dieser Sache berichten. Es dauerte einige Jahre bis sich bei der damaligen Bürokratie die Erkenntnis durchsetzte, dass unser Gebiet klimatisch für die Seidenraupenzucht denkbar ungeeignet war.
1865 ging Ludwig Achleitner in den Ruhestand. Im selben Jahr konnte er sein 50jähriges Dienstjubiläum feiern. Für seine besonderen Verdienste wurde ihm vom König die goldene Verdienstmedaille des Königsreichs Bayern verliehen (überreicht vom Bezirksamtmann). Im Dorfmuseum Frasdorf befindet sich ein großformatiges Ölgemälde, das Achleitner mit seiner Auszeichnung zeigt. Lange Zeit hatte es sich im Speicher des Schulgebäudes befunden.
Über Ludwig Achleitner und seine Familie mit ihren 11 Kindern (wovon 2 als Kleinkinder gestorben sind) wird in den „Dorfgeschichten“ ausführlich berichtet.[22]

Aus der Ausschreibung der Lehrerstelle 1867 erfahren wir wieder die Schülerzahlen sowie die Einnahmen des Lehrers: 108 Werktags- und 48 Feiertagsschüler. Das Jahresgehalt betrug rund 640 fl, wovon 530 fl auf den Schul- und Organistendienst und 110 auf die Gemeindeschreiberei entfallen. Als Dienstgründe werden 9 Tagwerk und 16 Dez. Garten, Äcker und Wiesen angegeben. Die Wohnung wird als „geräumig und für eine Familie vollständig genügend“ beschrieben.[23] (Schematismus 1867)
Umbau Schulhaus („Gerichtsdienerhaus“) 1874
Am 19. Mai 1874 wurde der Gemeinde Frasdorf mitgeteilt, dass die Schule Hittenkirchen errichtet wird und dass die Ortsteile Wilhelming, Pfaffing und der Lippschneider von Giebing dem Hittenkirchener Schulsprengel zugeteilt würden. Gleichzeitig wurden folgende Ortsteile nach Wíldenwart umgeschult: Greimelberg, St. Florian, Aich, Oed, Botenhäusl und Kollmann. In Frasdorf war man nicht begeistert darüber. Am meisten betroffen waren aber die Wildenwarter, die wenige Jahre vorher (1865) eine eigene Schule errichtet hatten und jetzt eine größere Anzahl von Schülern nach Hittenkirchen abgeben mussten. Schließlich hatte man mit dem Schulgeld kalkuliert.
Trotz der Verminderung der Schülerzahl war das Bezirksamt auch mit den Frasdorfer Schulverhältnissen nicht zufrieden. Es sollte ein zweiter Schulsaal gebaut werden, um einen Hilfslehrer anstellen zu können. Da entschloss sich die Gemeinde, das Schulhaus im ehemaligen Gerichtsdienerhaus (heute Hollinger) gleich ganz umzubauen. Der Zustand des Schulhauses sei „geradezu jammervoll“, bemerkte der kirchliche Visitator. Es stand etwas tiefer als das Niveau der Hauptstraße und bei starkem Regen lief das Wasser ins Haus hinein. Es war nicht unterkellert und hatte für die Familie des Lehrers nicht genügend Platz. Zudem verlangte der Staat eine zweite Wohnung für den Hilfslehrer. Ein Frasdorfer Maurermeister erklärte sich bereit, das Haus aufzustocken, zwei Lehrsäle einzubauen und im Dachgeschoß noch 3 Zimmer unterzubringen. Dies alles sollte nur 4000 Gulden kosten. Mit diesem kostspieligen Umbau aber waren die Umrathshausener nicht einverstanden. Sie wollten ihr Geld lieber in ein eigenes Schulhaus stecken, als den Frasdorfern beim Umbau zu helfen. Da erklärte sich die Gemeinde Frasdorf außerstande, den geforderten Umbau durchzuführen. Man sei mit registrierten Armen fast überlastet und habe jährlich große Ausgaben für Uferschutz, Steg- und Brückenbauten und so manches andere, argumentierte man. Sollte allerdings das Kreisamt auf der Anstellung eines Schulgehilfen bestehen, so müsse man halt einen zweiten Lehrsaal errichten, für den Schulgehilfen jedoch eine Wohnung in der Nähe mieten.
1877 ging man daran, einen zweiten Unterrichtsraum zu schaffen. Die Ausschreibung im „Wendelstein“ besagt, dass die Kosten auf 2520 M veranschlagt werden. Die Leistung soll im Wege der Submission vergeben werden.
Im selben Jahr wird die Errichtung einer zweiten Lehrerstelle beschlossen, wofür die Gemeinde 342 M aufzubringen habe.
Vom 7. April 1878 existiert ein Gemeinde- und Schulsprengelbeschluss, sämtliche der Schule gehörenden landwirtschaftlichen Grundstücke zu verkaufen. Man hatte den zweiten Lehrsaal und eine Hilfslehrerwohnung gebaut und somit waren jetzt keine Ökonomieräume mehr vorhanden.


In einer offiziellen Statistik der Volksschulen im Regierungsbezirk Oberbayern aus dem Jahre 1885 wird die Frasdorfer Schulsituation folgendermaßen beschrieben:
„124 Werktags- und 57 Feiertagsschüler. Die Schule ist mit 1 Lehrer und 1 Hilfslehrer besetzt. Das Schulhaus ist ein ehemaliges Bauernhaus. Im Jahre 1877 wurde ein zweites Klassenzimmer dazugebaut. Das Schulhaus, 160 m von der Ortskirche entfernt, zur Hälfte zweistöckig, gemauert, sehr feucht, liegt von der Straße sehr tief, ist
mit Legschindeln gedeckt und Eigentum der Schulgemeinde. Die beiden Schulzimmer hatten eine Größe von rund 55 m2 und jeweils 6 Fenster. Die auf der Südseite des Schulhauses befindliche Lehrerwohnung enthält im Erdgeschoß ein heizbares Wohnzimmer sowie ein unbeheizbares Nebenzimmer. Die Decken der beiden Zimmer sind getäfelt. Ferner ist eine gewölbte Küche mit Kochherd, Waschkessel und lfd. Wasser sowie eine kleine Speisekammer vorhanden. Im 1. Stocke sind 2 heizbare niedere Zimmer, 1 unheizbares Zimmer von gleicher Lage und Größe wie das Wohnzimmer und 1 Magdkammer. Die Hilfslehrerwohnung unter dem Dache besteht aus 1 heizbaren Wohnzinmer mit knapp 17 m2, einem Brunnen mit laufendem Wasser, einer Holzlege und einem Backofen (12 m entfernt). Gemüse- und Blumengarten sowie Baumschule befinden sich an der Südseite des Schulhauses. An der Süd- und Westwand des Schulhauses sind 4 tragende Weichselbäume vorhanden.“ [24]
1899 war die Situation folgende: im Schnitt der letzten 10 Jahre 144 Werktagsschüler und 67 Sonntagsschüler. Der Lehrer bekommt jährlich 12 Klafter Holz geliefert, dafür muss er auch die Schulzimmer heizen. Die Wohnung hat er frei, wofür ein Vergleichspreis von 50 M pro Jahr angegeben wird.

Vom Schulhausbau 1900 bis 1965
Anscheinend war der Umbau des alten Schulhauses im ehemaligen Gerichtsdienerhaus im Jahre 1874 doch nicht so gut gelungen. Denn schon 25 Jahre später begann man, neu zu planen. Der damalige Lehrer Alois Mutzl war die treibende Kraft. Zunächst überlegte man, das bisherige Schulgebäude abzureißen und dort neu zu bauen. Aber dies hätte erhebliche Kosten verursacht, zumal die Nachbarn keinen Grund hergeben wollten. Auch die Wasserreserve hinter dem Schulhaus war ein Problem. Es wurde dann ein großer freier Platz zwischen den Ortsteilen Frasdorf und Westerndorf gewählt, der nicht weit von der Kirche entfernt war. Es handelte sich um das Grundstück Pl.Nr. 196 des Georg Dettl (Ebner), Größe 0,313 ha. Kaufpreis 2200 Mark.
Damit die Kosten nicht zu hoch wurden, musste das ganze Dorf „scharwerken“. Ein Teil der Bauarbeiter kam aus Italien. Als einziger einheimischer war Markus Hamberger von Kaltenbrunn mit einem größeren Auftrag (Schreiner- und Schlosserarbeiten mit rund 4000 M) zum Zuge gekommen.
Da auch Umrathshausener und Wildenwarter Schüler in Frasdorf zur Schule gingen, wurden die Kosten so aufgeteilt: Frasdorf 36/50, Umrathshausen 11/50 und Wildenwart 3/50
Nach Abschluss aller Arbeiten war ein Betrag von 55 800 Mark (incl. Grunderwerb) zusammen gekommen. Die Finanzierung erfolgte überwiegend über die Raiffeisenkasse. Auch bei der Cramer-Klett`schen Rentenverwaltung Aschau wurde ein Kredit in Höhe von 25 000 M aufgenommen.
Zur Deckung der Kosten musste die Gemeindeumlage erhöht werden und der Bieraufschlag eingeführt werden.[25] Interessantes Detail: Bürgermeister Georg Mayr stellte für seine gesamten Aufwendungen in diesem Zusammenhang, darunter mehrmalige Fahrten nach Rosenheim sowie unzählige Besprechungen, 10 M in Rechnung. Auf Anregung des Bezirksamtes wurde dieser Betrag dann von der Schulgemeinde auf 50 M erhöht.
Das alte Schulhaus (ehemaliges Gerichtsdienerhaus, heute Hollinger) wurde 1901 versteigert. Eigentlich wollte es die Gemeinde selber kaufen, aber anscheinend hatte Anton Obermüller aus Ginnerting (beim Sattler, später Vogt) mehr geboten, als die Gemeinde zahlen konnte oder wollte. Er erhielt es um den Betrag von 4 250 Mark.[26]
1902 wurde für die Schule aus dem Besitz von Georg Dillersberger, Bäck von Westerndorf, eine Torffilze angekauft. Sie war knapp 1 ha groß und kostete 1450 Mark[27]. Noch Anfang der 1950er Jahre wurden die Kachelöfen der Frasdorfer Schule mit dem Torf aus der eigenen Filze beheizt. Diese Art der Heizung wurde erst geändert, als sich zeigte, dass das Torfstechen und Lagern teurer war, als der Ankauf von Torf in Bernau bzw. das Heizen mit Kohle. Ende der fünfziger Jahre wurden die alten Kachelöfen abgebrochen und durch neue Warmluftöfen ersetzt, die eine gleichmäßigere und höhere Wärme lieferten. Diese wurden vom Gang aus beheizt und die unförmigen Torfkisten verschwanden aus den Klasszimmern. Die Temperatur im nordseitigen Zimmer hatte im Winter bei Unterrichtsbeginn um 8 Uhr, obwohl man schon fast zwei Stunden früher mit dem Heizen begonnen hatte, in der Fensterreihe meist 6 – 8 Grad betragen. Während die Mädchen in der Nähe des Ofens schwitzten, froren die Buben auf der anderen Seite des Klasszimmers. Mehr als einmal flog das Ofenrohr wegen einer Torfstaubexplosion davon und der Ruß rieselte auf Hefte, Bücher und Kleider.
1903 wurde beschlossen, das Schulgeld aufzuheben.
1908 wurde ein dritter Schulsaal (Nordostseite) gebaut. Man hatte dies von Anfang an vorgesehen und nur provisorische Mauern eingezogen, die man jetzt wieder entfernte.
1947 Gemeinderat: Behandlung der Schulfilze, Beheizung der Schule
Inzwischen wurde im Keller eine Zentralheizung eingebaut.
Nach dem Kriege war die Zahl der Kinder durch die Einweisung der Heimatvertriebenen derart angestiegen, dass zeitweise fünf Klassen gebildet werden mussten. Nachdem nur drei Räume vorhanden waren, gab es Abteilungsunterricht. Daneben wurde Platz für die damals noch vorhandene landwirtschaftliche Berufsschule gebraucht, die zeitweise drei Klassen hatte. 1962 wurde die fünfte Klasse überflüssig, da die Schülerzahlen zurückgegangen waren. Bereits etwas früher war der Unterricht für die landwirtschaftlichen Berufsschulen aus den Dorfschulen weggenommen und in die staatlichen Berufsschulen eingegliedert worden.[28]
Im Schulhaus waren vier Lehrerwohnungen vorhanden. Der Schulleiter wohnte im Erdgeschoß mit einem separaten Eingang von Osten her. Eine kleine Wohnung mit zwei Zimmern und einer Kammer war später für eine ledige Lehrkraft ebenfalls im Erdgeschoß eingerichtet worden. Im Speichergeschoß befand sich die Dienstwohnung 2. Ordnung für den weiteren Lehrer. Später wurde dort noch eine zusätzliche kleine Wohnung für die zweite Lehrerin eingebaut. (Gderat 1950: Ausbau für Frl. Freund. Diese schießt 1000 M vor. Monatsmiete 15 M)
In der ehemaligen Schulleiterwohnung war dann nach der Pensionierung von Anton Mugrauer 1987 das Hausmeisterehepaar untergebracht. In der Lehrerinnenwohnung befanden sich später das Büro des Verkehrsvereins und die Dorfbücherei. Heute nutzt den gesamten Parterrebereich die Mittagsbetreuung. Die beiden Wohnungen im Speicher wurden zum Höhlen- und Dorfmuseum umgebaut.
Erweiterungsbau 1965
Die Verhältnisse halten sich im Laufe der Jahre geändert, in den Gemeinden und im ganzen Land war mehr Geld vorhanden. Die Schulen wurden immer mehr aufgeteilt. Man versuchte überall Einzelklassen zu errichten. In Frasdorf wurde dies praktisch unmöglich gemacht, da nur drei Klassräume zur Verfügung standen. Im Schulhaus selbst bestand keine Möglichkeit, im Speichergeschoß weitere Räume einzubauen; die Statik erlaubte es nicht. So war man gezwungen an einen Neubau zu denken. Dieser wurde 1963 angefangen und 1965 vollendet. Die feierliche Einweihung war am 26. September 1965. Das neue Schulhaus enthielt neben zwei Schulzimmern ein Lehrerzimmer. lm Kellergeschoß waren eine Schulküche für die Mädchen und ein Werkraum für die Buben mit den entsprechenden Nebenräumen eingerichtet worden. Außerdem gab es dort noch zwei Lehrmittelräume. Das Haus war so gebaut worden, dass es jederzeit aufgestockt und mit zwei weiteren Klassräumen versehen werden konnte. Der Schulhof wurde umgestaltet. Nicht zuletzt wegen der folgenden Baumaßnahmen wurden das Waschhaus und der Torfschuppen im Hof beseitigt. Der eiserne Zaun mit den spitzen Stangen, dem manche Bubenhose einen Riss verdankte, verschwand ebenso wie die beiden Kastanienbäume und der Rotdorn. Später wurde der ursprünglich geschotterte Hof gepflastert. Gleichzeitig wurde der Garten für die Kinder als Pausenplatz frei gegeben. Turnhalle (und Gemeindeverwaltung) wurden dann am 1. Mai 1967 eingeweiht. (Tragischer weise war beim Bau der Turnhalle der Maurer Lorenz Maier im Alter von 25 Jahren plötzlich an Herzversagen verstorben.)[29]

Schulhauseinweihung am 26. September 1965

Bild von 1968 mit der neuen Turnhalle und dem damals noch einstöckigem Neubau (inkl. Keller)
Frasdorf nur noch Grundschule
1969 wurde die Schulorganisation in Bayern grundlegend geändert. Bisher hatte es in fast jedem kleinen Dorf eine Schule mit allen Klassen gegeben. Die Anforderungen der Neuzeit verlangten aber eine bessere Ausbildung der Schüler. Die Übertritte an Gymnasien und Realschulen wurden immer zahlreicher, die Oberklassen der Volksschulen dadurch immer schwächer. Schließlich wurde verfügt, dass die Volksschule in Grund- und Hauptschule aufgeteilt wurde. Die Klassen 1 - 4 wurden zur Grundschule, die Klassen 5 - 8 zur Hauptschule. Diese Hauptschulen wurden auf wenige Orte konzentriert und teilweise zu regelrechten Mammutschulen ausgebaut. Frasdorf behielt nur die Grundschule. Nun hatte jede Jahrgangsstufe einen eigenen Klassenraum. Die Schule Umrathshausen wurde aufgelöst und der Grundschule Frasdorf zugeteilt. Die Schüler der Klassen 5 und 6 kamen nach Aschau, während die Klassen 7 bis 9 nach Prien geschickt wurden. 1969 war in der Volksschule auch die 9. Klasse eingeführt worden. In der Anfangszeit ergab sich der merkwürdige Umstand, dass eine 5. Klasse der Teilhauptschule Aschau nach Frasdorf ausgelagert werden musste, da in Aschau nicht genug Platz vorhanden war, während in Frasdorf ein Klassenzimmer leer stand. Im alten Schulhaus war ein Raum als Handarbeitszimmer eingerichtet worden. Nachdem die Schülerzahl im Schuljahr 1998/99 so angestiegen war, dass die Schule wieder 5-klassig wurde. Dafür wurde der Handarbeitsraum zum Klassenzimmer umgestaltet.[30]
Die Aufstockung des zweiten Obergeschosses erfolgte bis zum Jahr 2005 und wurde am 16. Dezember feierlich eingeweiht.



2010 vom Kirchturm aus, Toni Kirner
Im Jahre 2015 erfolgte die Umbenennung der Grundschule Frasdorf in „Wastl-Fanderl-Grundschule“



Festakt

Namensschild "Wastl-Fanderl-Grundschule Frasdorf", enthüllt von seinen beiden Töchtern Liesl (zweite von rechts) und Regina (links im Bild) mit Bürgermeisterin Frau Steindlmüller (zweite von links) sowie Schulleiter Thorsten Deneke (rechts im Bild)
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eine kleine Statistik:
Ab 1877 war jeweils auch ein Hilfslehrer bzw. zweiter Lehrer in Frasdorf und ab 1909 zusätzlich eine Lehrerin. Zwei der Hilfslehrer, nämlich Anton Lehenherr (1884 – 1885) und Eduard Stegmann (1901 – 1903) wurden in Frasdorf beerdigt; auf einer Grabplatte an der Aussenseite der Friedhofskapelle sind sie aufgeführt.
Zwei Frasdorfer Lehrer brachten es zu einer besonderen Auszeichnung: Ludwig Achleitner erhielt im Jahr 1865 „in Rücksicht auf seine 50jährige eifrig und treu geleisteten Dienste“ die Ehrenmünze des Bayer. Ludwigs-Ordens, verliehen von König Ludwig II. Eugen Angerer erhielt 1930 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Frasdorf. Er ist auch in Frasdorf beerdigt.[31]
Zu Ludwig Achleitner und zu Eugen Angerer s. Näheres in den „Dorfgeschichten“
Schulleiter der Volksschule Frasdorf (ab 1969 nur noch Grundschule)
Johann Georg Gästl 1803 - 1804
Michael Walser 1804
Mathias Mitterstellner 1808 ?
Melchior Harrscher um 1810
Ludwig Achleitner (*1799 +1872) 1820 - 1866
Cajetan Grandauer, Schulverweser 1866 - 1867
Max Schneller 1867 - 1877
Joseph Sporrer 1877 - 1892
Alois Mutzl 1892 - 1903
Eugen Angerer (* 1865 + 1959) 1903 - 1930
Ludwig Eder, Schulrat 1930 - 1935
Ludwig Friedl 1935 - 1940
Georg Kreichgauer, 1940 - 1955
Max Bartl, (* 1908 + 1988) 1955 - 1971
Anton Mugrauer, (* 1924 + 1999) 1971 - 1987
Margarete Prediger 1987 - 1998
Herma Danielewski 1998 - 2012
Thorsten Deneke ab 2012
[1] StAM Hohenaschau BrPr1
[2] Held III S. 285
[3] StAM Hohenaschau A 1939
[4] StAM Hohenaschau A 1745
[5] Der Archidiakon hatte eine Stellung, die am ehesten mit dem heutigen Generalvikar vergleichbar ist.
[6] Schulakten Frasdorf, Schularchiv
[7] StAM Hohenaschau B152, B153
[8] StAM Hohenaschau R 2725
[9] Josef Dürnegger, Pfarrer in Törwang, hat um 1951 den Entwurf einer Frasdorfer Chronik erstellt
[10] Zitiert nach Held III S. 285
[11] Zitiert nach Held III S. 285
[12] Mayr S. 31
[13] „Winkel“ war eine Bezeichnung für etwas Verborgenes, Verbotenes.
[14] StAM Hohenaschau A 1945
[15] StAM Hohenaschau A 1945
[16] Held III S. 286
[17] Dürnegger
[18] Planskizze, die vermutlich aus dem Jahre 1874 stammt
[19] Held III S. 285
[20] Held III S. 285
[21] Die Aufsicht über die Schulen hatte damals die Kirche. So erklärt es sich, dass der Bernauer Pfarrer Johann Betsching als „Distriktsschulinspektor“ in Erscheinung tritt. Er wurde übrigens ab 1862 Pfarrer in Frasdorf und führte auch hier sein Amt für die Schulen des Distrikts weiter. (Er starb hier 1878).
[22] Dorfgeschichten S. 97 ff.
[23] Schematismus 1867
[24] Statistik der Deutschen Volksschulen im Regierungsbezirk Oberbayern. 1885
[25] Mayr, S. 27
[26] bestehend aus Pl.Nr. 5a Schulhaus, Holzlege und Hofaum zu 0,062 ha, Pl.Nr. 5b Wurzgarten vor dem Hause zu 0,007 ha, Pl.Nr. 6 Gras – und Wurzgarten zu 0,064 ha
[27] Es handelt sich um Fl.Nr. 1143 1/12. Im Jahr 1879 hatte Michael Dillersberger, Bäck von Westerndorf dieses Grundstück von den Ortnerleuten in Stötten für 500 Mark erworben.
[28] Eigene Erinnerungen Hans Hoesch
[29] Hoesch, eigene Erinnerung
[30] Hoesch, eigene Erinnerung
[31] Sein Sohn Eugen war von 1909 – 1911 Hilfslehrer in Frasdorf. Seine Tochter Maria war von 1914 – 1916 und von 1943 – 1951 hier Lehrerin. Die Tochter Auguste war ebenfalls Lehrerin geworden und war von 1917 – 1918 in Frasdorf, ehe sie den Umrathshausener Lehrer Rupert Schwaiger heiratete. (Dieser war bereits 1911 – 1912 als Hilfslehrer in Frasdorf).
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