Läusebefall! Was nun?

Zunächst einige Fakten (Schulleiter ABC): 

Läuse

- kann jeder bekommen

- werden immer von befallenen Menschen oder Gegenständen übertragen

- sind lästig und rufen Hautkrankheiten hervor

- führen zu Kopfjucken

- kann man bei gründlichem Nachschauen in den Kopfhaaren erkennen

(Nissen 0,8mm / Läuseweibchen bis zu 3 mm)

- breiten sich rasch aus

- lassen sich relativ problemlos bekämpfen

Bitte untersuchen Sie Ihre Kinder auf event. Läusebefall. In Zweifelsfällen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.


Zur Klarstellung:

Das Bundesseuchengesetz gibt keine Handhabe für eine zwangsweise Entlausung, außer bei epidemischen Ausmaßen. Ihre Aufgabe als Erziehungsberechtigte besteht bei Läusebefall darin, dass Sie spezifische flüssige, puder- oder gelförmige Mittel (mit bzw. ohne Rezept in Apotheken und Drogerien erhältlich) anwenden. Nach 8 - 10 Tagen ist eine Wiederholung der Behandlung erforderlich. Kleidungsstücke, Bettwäsche, Stofftiere und andere gefährdete Gegenstände sind bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen oder mit laustötendem Puder oder Spray zu behandeln.

Eine erhebliche Ansteckungsgefahr besteht auch beim Sportunterricht durch intensiven Körperkontakt. Die Sportbekleidung kommt nach dem Sportunterricht wieder in den so genannten Sportbeutel, "gammelt" dann verschwitzt und event. mit Läusen und Nissen befallen bis zur nächsten Sportstunde an der Garderobe. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Kind nach jeder Sportstunde die Sportsachen mit nach Hause nimmt, damit diese gewaschen werden kann.

Bitte helfen Sie mit, die Plage wirkungsvoll zu bekämpfen.


Die rechtliche Seite:
Maßnahmen (Schulleitung/Erziehungsberechtigte) 

1.
Art. 80 (1) BayEUG §34 (6) IfSG Verdacht auf Läusebefall
durch Schule: Meldung des Verdachtes oder des festgestellten Befalls unverzüglich an das Gesundheitsamt/ Verständigung der Erziehungsberechtigten
§ 34 (5) IfSG durch Erziehungsberechtigte: Verständigung der Schule bzw. Schulleitung. Die Eltern sind zur Mitteilung verpflichtet.
2.
Art. 80 (2) BayEUGFeststellung des Läusebefalls
durch Hausarzt, Schularzt oder medizinisches Hilfspersonal des Gesundheitsamtes; ggf. Untersuchung aller sich in einer Klasse bzw. Schule befindlichen Personen
3.
§ 34 (1) IfSG Ausschluss der von Läusen befallenen Personen vom Besuch der Schule, auch Lehrkräfte
Schriftliche Benachrichtigung der Erziehungsberechtigten durch Schulleitung oder Gesundheitsamt unter gleichzeitiger Aufforderung zur Entlausung mit angemessener Friststellung.
§ 34 (8) IfSG  Das Gesundheitsamt kann gegenüber der Schulleitung anordnen, dass das Auftreten einer Erkrankung oder eines hierauf gerichteten Verdachts ohne Hinweis auf die Person in der Schule bekannt gegeben wird.
4.
Entlausung
Das IfSG gibt keine Handhabe für eine zwangsweise Entlausung
Aufgabe der Erziehungsberechtigten:
Anwendung von spezifischen flüssigen, puder- oder gelförmigen Mitteln (mit bzw. ohne Rezept in Apotheken und Drogerien erhältlich) über mehrere Tage; nach 8– 10 Tagen Wiederholung der Behandlung.
Ist das Kind jünger als 12 Jahre und verschreibt ein Kinderarzt das Mittel zur Läusebehandlung, so übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
Kleidungsstücke und gefährdete Gegenstände bei mindestens 60°C waschen oder mit läusetötendem Puder bzw. Spray behandeln.
5.
Wiederzulassung zum Schulbesuch
erst dann, wenn eine korrekte Durchführung der Behandlung durch die Erziehungsberechten schriftlich bestätigt wurde, also am Tag nach der Behandlung. Nur bei Zweifel an der korrekten Durchführung sollte man eine ärztliche Bescheinigung verlangen.
Hinweis :
Wird unterschiedlich gehandhabt:
In der ärztlichen Praxis wird mit der Verschreibung des Mittels die Unbedenklichkeitserklärung ausgesprochen, wenn der Schüler einen Tag nach Behandlung der Schule fernbleibt.
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt:
Bei Wiederzulassung kein ärztliches Attest erforderlich. Die Erziehungsberechtigten entscheiden über den Schulbesuch nach erfolgreicher Behandlung.

§ 1666 Abs. 1 BGB Bei Weigerung der Erziehungsberechtigten, eine Entlausung durchzuführen bzw. durchführen zu lassen, kann das Vormundschaftsgericht einschreiten; Schulleitung verständigt das Schulamt (rechtliches Mitglied, Jugendamt).

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